Genitalwarzen / HPV
Diagnose von Genitalwarzen
Eine HPV-Infektion zeigt sich nach einer Inkubationszeit von 1 bis 3 Monaten in Form typischer exophytischer (nach außen wachsender), papillärer Erhebungen, die man Kondylome nennt.
Da genitale Kondylome oder Genitalwarzen zu 99,9 % sexuell übertragen werden, treten sie in der Urethra (Harnröhrenöffnung), Vulva (äußerer Genitalbereich), im Perineum (Gewebe zwischen Vaginaleingang und Anus), in der Vagina, im Anus und im Rektum auf.
Bei fortgeschrittenen Fällen verschmelzen kleinere Läsionen und bilden breitbasige, blumenkohlartige Massen, die häufig einer Sekundärinfektion unterliegen. Diese Massen können sogar so groß werden, dass sie bei der Geburt Probleme verursachen können.
Asymptomatische zervikale Läsionen zeigen sich im Pap-Abstrich durch typische zytologische Veränderungen mit "perinukleärem Halo" (Koilozyten). Läsionen, die diese atypischen Zellen abstoßen, sind in der Regel flache Kondylome, die mit bloßem Auge nicht sichtbar sind.
Bei Anfärbung mit 3–5 %iger Essigsäure und kolposkopischer Untersuchung werden sie jedoch opak (weißlich sichtbar).
Kolposkopisch vergrößert betrachtete Läsionen zeigen häufig typische (mit Essigsäure weiß angefärbte) papilläre Merkmale.
Die Diagnose erfolgt entweder durch direkte Beobachtung typischer exophytischer Läsionen oder, nach Anfärbung mit Essigsäure, durch kolposkopisch vergrößerte Betrachtung flacher Läsionen, je nach Größe.
Bei allen zervikalen Läsionen sowie bei anderen therapieresistenten Läsionen sollte eine Biopsie entnommen werden, um eine Neoplasie und Condylomata lata bei Syphilis auszuschließen.
Bei geringstem Verdacht auf Genitalwarzen sollten Sie unbedingt einen Arzt aufsuchen. Nur Ihr Arzt kann eine korrekte Diagnose stellen, ob es sich um Genitalwarzen (Kondylome) handelt. Eigene Versuche können dazu führen, dass sich die Warzen aggressiver ausbreiten. Bei der Behandlung von Genitalwarzen dürfen keine Cremes mit Antibiotika- oder Kortisongehalt verwendet werden.