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Polyzystisches Ovarialsyndrom (PCOS)

Das polyzystische Ovarialsyndrom (PCOS) ist ein bedeutendes Gesundheitsproblem, von dem jede zehnte Frau im gebärfähigen Alter betroffen ist. Die Grundursache der Störung ist eine Beeinträchtigung der eigentlich monatlich regelmäßigen Reifungsfunktion der Eizellen. Vermehrte Behaarung und Fettansatz um die Taille zählen zu den wichtigsten Symptomen der Erkrankung.

Das polyzystische Ovarialsyndrom (PCOS) ist ein klinisches Bild, das entsteht, wenn die Eierstöcke anstatt von normalem Eierstockgewebe mit zahlreichen kleinen, mit Flüssigkeit gefüllten Bläschen gefüllt sind. Die grundlegende Störung bei dieser Erkrankung ist die Beeinträchtigung der eigentlich monatlich regelmäßigen Eisprungfunktion. Die Symptome der Erkrankung sind: hormonelle Veränderungen, vermehrte Behaarung, Ausbleiben der Menstruation. Bei allen Patientinnen mit dieser klinischen Diagnose finden sich in den Eierstöcken zahlreiche winzige Zysten von unter einem Zentimeter. Die Symptome der Erkrankung und deren Schwere können jedoch bei jeder Person unterschiedlich ausfallen.

Wie zeigt sich die Erkrankung?

Unregelmäßige Menstruation, verstärkte Behaarung, fettiges und zu Akne neigendes Hautbild sind die bei dieser Erkrankung am häufigsten beobachteten Befunde. Bei den meisten unserer Patientinnen sehen wir diese Symptome in unterschiedlicher Ausprägung.

Darüber hinaus können Frauen mit diesem Gesundheitsproblem eine verstärkte Fettansammlung um die Taille aufweisen. Insulinresistenz (bekannt als Diabetes), erhöhtes Cholesterin, Bluthochdruck und männlicher Haarausfall sind weitere, seltenere Befunde.

Besonders bei schweren Verlaufsformen der Erkrankung können aufgrund von Veränderungen des äußeren Erscheinungsbilds und Unfruchtbarkeit auch psychische Symptome auftreten, die bis zur Depression reichen können.

Wie stark sind genetische Faktoren am Entstehen der Erkrankung beteiligt?

Es gibt keine eindeutig festgestellte einzelne Ursache. Beim Entstehen der Erkrankung müssen mehrere Faktoren untersucht werden; die genetische Vererbung könnte nur einer davon sein.

In jüngerer Zeit wird zunehmend die Rolle des Hormons Insulin betont.

Insulin, das bei Frauen mit polyzystischem Ovarialsyndrom in deutlich erhöhten Mengen vorliegt, führt auch zu einem Anstieg des als männliches Hormon bezeichneten Testosterons.

Die bereits erwähnten Symptome wie fettige, zu Akne neigende Haut, vermehrte Behaarung, Gewichtszunahme und Störungen des Eisprungs beruhen größtenteils auf den bei diesen Patientinnen erhöhten männlichen Hormonspiegeln.

Wie verläuft der Behandlungsprozess?

Da es nicht möglich ist, die zystische Struktur der Eierstöcke zu verändern, richtet sich die Behandlung in der Regel nach den Symptomen der Erkrankung.

Zunächst, besonders bei übergewichtigen Patientinnen, wird ein Gewichtskontrollprogramm bis zum Erreichen des Idealgewichts durchgeführt.

Bei einer beträchtlichen Anzahl von Frauen bessert sich das klinische Bild bereits durch Gewichtsabnahme allein, und das Fruchtbarkeitsproblem verschwindet.

Bei der Behandlung dieser Erkrankung sind eine Ernährung ohne raffinierten, verarbeiteten und komplexen Zucker sowie ein Bewegungsprogramm von unverzichtbarer Bedeutung.

Die positiven Auswirkungen dieser Lebensweise auf die hormonelle Balance sind wissenschaftlich belegt.

Bei Frauen, die keinen Kinderwunsch haben, ist die von uns häufig eingesetzte Behandlungsmethode die Antibabypille.

Mit dieser Behandlung regulieren sich die Menstruationszyklen, die männlichen Hormone sinken, und damit verbundene Symptome wie Akne verschwinden.

In jüngerer Zeit wurden auch blutzuckerregulierende Medikamente in die Behandlung integriert, wodurch erhöhtes Cholesterin und männliche Hormone deutlich wirksamer behandelt werden können.

Ist übermäßige Behaarung das einzige Symptom, kann diese Situation mit sogenannten "Antiandrogenen" behandelt werden.

Hier ist zu beachten, dass bereits entstandene Behaarung nicht durch Medikamente beseitigt werden kann — Ziel der Behandlung ist es, das Entstehen neuer Behaarung zu verhindern.

Kann bei der Erkrankung operiert werden?

Bei therapieresistenten Fällen kann, wenn auch selten, eine Operation erforderlich sein. Beim sogenannten "Ovarian Drilling" wird beabsichtigt, die zystische Struktur durch das Setzen winziger Löcher im Eierstock zu verringern.

Dadurch können die Spiegel der männlichen Hormone gesenkt und der Eisprung normalisiert werden. Wir können nicht sagen, dass dies bei jeder Patientin definitiv anwendbar ist — zahlreiche Faktoren beeinflussen, ob und ob überhaupt ein solcher chirurgischer Eingriff erforderlich und durchführbar ist.

Nimmt dieses Problem in der Türkei zu?

Wir wissen, dass jede zehnte Frau im gebärfähigen Alter von diesem Gesundheitsproblem betroffen ist.

Der Grund, warum wir häufiger davon hören, könnte auf eine gestiegene Diagnoserate im Vergleich zur Vergangenheit zurückzuführen sein.

Adipositas und schlechte Ernährung tragen zu einem Anstieg der Häufigkeit dieser Erkrankung bei.

Gibt es Möglichkeiten zur Vorbeugung?

Antibabypillen verhindern während ihrer Anwendungsdauer die Entstehung polyzystischer Strukturen in den Eierstöcken sowie hormonelle Ungleichgewichte.

Diese Pillen sollten jedoch nach dem 35. Lebensjahr, insbesondere von Raucherinnen, nicht mehr eingenommen werden.

Gesunde Ernährungsgewohnheiten, ein rauchfreies Leben und Bewegung können als vorbeugende Maßnahmen abseits der medizinischen Behandlung genannt werden.

Besteht ein Zusammenhang mit Eierstockkrebs?

Ein weiterer wichtiger Aspekt bei dieser Erkrankung ist das gestörte Gleichgewicht zwischen den weiblichen Hormonen Östrogen und Progesteron.

Bei dieser medizinisch als "unbegleitetes Östrogen" bezeichneten Situation liegt aufgrund der gestörten Eisprungfunktion bei diesen Personen nicht genügend Progesteron vor, um die negativen Auswirkungen des Östrogens auszugleichen.

Bei Personen, die keine ausgleichende Hormontherapie erhalten, kann eine langfristige Exposition gegenüber unbegleitetem Östrogen medizinisch zu einer Hyperplasie der Gebärmutter und in manchen Fällen sogar zu Krebs führen.