Genitale Ästhetik
Damm-Ästhetik nach der Geburt (Perineoplastik)
Lernen wir zunächst den Dammbereich kennen: Als Perineum bezeichnet man den Bereich zwischen dem unteren Ende der Vagina und dem Anus.
Nach der vaginalen Geburt eines normal großen Babys (1,4–1,6 kg) ist es völlig natürlich, dass die Vagina geweitet und abgenutzt ist.
Die Ursache dafür liegt in der Erschlaffung der Beckenbodenmuskulatur, die während der Geburt stark gedehnt wird.
Mit zunehmender Anzahl an Geburten nimmt der Tonus der Beckenbodenmuskulatur weiter ab, und die vaginale Weitung sowie das Erschlaffen nehmen zu.
Eine vaginale Weitung (Erschlaffung) und Deformation führt nicht nur zu Spannungsgefühlen der Partner während des Geschlechtsverkehrs, sondern beeinträchtigt auch direkt das Lustempfinden und kann zu einer Verzögerung oder zum Ausbleiben des Orgasmus führen.
Werden Kegel-Übungen, also gezieltes Training der Beckenbodenmuskulatur, regelmäßig und unter ärztlicher Kontrolle durchgeführt, stellt sich der Tonus der Muskulatur rund um Harnröhre, Vagina und Anus wieder her. Dies sollte selbstverständlich nicht als eine Art Verengung verstanden werden.
Die Muskeln, die beim Wasserlassen den Urinfluss beginnen und, wenn sie sich zusammenziehen, den Fluss abrupt stoppen können, sind die Muskeln, die bei den Kegel-Übungen trainiert werden sollen.
Dies sollte jedoch niemals während des Wasserlassens selbst erfolgen, da dies eine Infektion verursachen kann. In Ruhe kann diese Muskulatur trainiert werden.
Kegel-Übungen stärken nicht nur die Beckenbodenmuskulatur, sondern können auch Problemen mit Harninkontinenz vorbeugen. Dies kann jedoch je nach Zustand der Muskulatur und des Bereichs variieren.
Sexuelle Aktivität kann durchschnittlich sechs Wochen nach der Geburt wieder aufgenommen werden.
Besonders bei der ersten Geburt einer Frau kann es (bei Hausgeburten und Geburten mit Hebamme) zu einem unkontrollierten Einreißen des Dammbereichs in Richtung des Anus kommen, wodurch unregelmäßige Geburtsrisse im Perineum entstehen. Manchmal kann ein solcher Geburtsriss sehr schwer sein und bis tief in den Vaginaltrakt reichen.
In den meisten Fällen wird jedoch, insbesondere bei der ersten normalen Geburt unter ärztlicher Betreuung im Krankenhaus, vom Arzt ein Schnitt im Dammbereich gesetzt.
Dieser Schnitt wird als Episiotomie bezeichnet.
Die Episiotomie ist wissenschaftlich definiert als: ein chirurgischer Einschnitt in den Musculus bulbospongiosus des Damms während der zweiten Phase der Geburt.
Bei 92 % der Frauen, die ihre erste normale Geburt unter Klinikbedingungen erleben, wird eine Episiotomie durchgeführt.
Nach der während der normalen Geburt durchgeführten Episiotomie entstehen infolge des schnellen Verschlusses des Schnitts Narben.
Diese Narben können wir auch als Narbenspuren bezeichnen.
Genau hier setzt die Perineoplastik an. Es handelt sich um eine Art von Operation, die durchgeführt werden kann, wenn eine geburtsbedingte Weitung und dauerhafte Narben Beschwerden oder Probleme verursachen.
Neben geburtsbedingten Fällen kann diese Operation auch bei traumatischen Verletzungen des Dammbereichs oder bei genetisch bedingtem, deformiertem und erschlafftem Dammgewebe angewendet werden.